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10:4 - Agentenaustausch in Wien

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10:4 - Agentenaustausch in Wien

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Nicht klammheimlich, sondern vor den Augen der Welt, findet in Österreich der größte Spionaustausch zwischen den USA und Russland seit Ende des Kalten Krieges statt. Wenn auch nicht offiziell bestätigt. Ein Flugzeug mit zehn in den USA enttarnten russischen Spionen landete am Vormittag in Wien. Dort sollten sie gegen vier gleichzeitig gelandete Russen, die für den Westen spioniert haben sollen, ausgetauscht werden und dann weiter nach Moskau fliegen.

Zuvor hatten die zehn sich vor einem Gericht in New York für schuldig erklärt. Darunter die von der Boulevardpresse umschwärmte “Agentin 90-60-90”, Anna Chapman. Sie kündigte an, dass sie nicht in Russland bleiben wolle.

Auf russischer Seite hatte in der Nacht Präsident Dmitri Medwedew vier Männer begnadigt, die in russischen Gefängnissen einsitzen und unmittelbar zuvor schriftlich Spionagevorwürfe eingeräumt hatten. Darunter der Nuklear-Experte Igor Sutjagin – er sitzt seit Jahren in Haft. Seine Anwältin blieb vorsichtig, bis zum letzten Moment:

“Solange wir keinen Anruf von ihm erhalten, fußen alle Informationen weiterhin nur auf Gerüchten, weil die Behörden keine Informationen herausgeben.”

Ein elfter mutmaßlicher russischer Spion, Christopher Metsos, der die anderen zehn heimlich mit Geld versorgt haben soll, ist den Behörden offenbar entwischt. Er wurde zwar jüngst in Zypern festgenommen, gegen Kaution aber freigelassen. Seither ist er verschwunden.