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Das Dayton-Friedensabkommen und was danach kam

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Das Dayton-Friedensabkommen und was danach kam

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Im November 1995 wurden die Gegner im Bosnienkrieg von der internationalen Gemeinschaft mit einigem Nachdruck an den Verhandlungstisch gebeten. Und der stand – gut abgesichert – in dem amerikanischen Militär-Stützpunkt Dayton.
So bekam das Abkommen seinen Namen, mit dem ein Schlußstrich gezogen werden sollte unter den blutigsten Krieg auf europäischem Boden nach Ende des II.Weltkriegs. Die drei Kontahenten sind inzwischen tot. Der mit ihrer Unterschrift begründete Staat “Bosnien-Herzogewina” aber ist immer noch nicht in der “Normalität” angekommen.
Laut “Dayton-Abkommen” besteht der Staat aus den beiden Landesteilen “Föderation Bosnien und Herzegowina” und “Republica Srbscka”.
Jeder Teil hat seine eigene Legislative und Exekutive. Auf gesamtstaatlicher Ebene wird entschieden über: Außen- und Geldpolitik, Außenhandel, Verteidigung, Zoll, Verfolgung von Kriegsverbrechern und organisierter Kriminalität.
Für jeweils 4 Jahre wird ein drei-köpfiges Staatspräsidium gewählt aus je einem Serben, einem Kroaten und einem Bosniaken.
Der Vorsitz wechselt alle 8 Monate.
“Bosnier” ist der Begriff für die Staatsbürger, als “Bosniaken” bezeichnen sich die bosnischen Muslime. Mit der Überwindung der ethnische und religiösen Feindschaft ist man im jungen Staat allerdings noch nicht so recht vorangekommen.
Ausdruck dessen ist z.B. die Bildung.
Jedes Gebiet hat seine eigenen Lehrpläne, Schüler werden nach Volksgruppen getrennt unterrichtet und selbst innerhalb des Staates werden Abschlüsse oft nicht anerkannt.
Die Partei-Führungen betonen bei jeder Wahl erneut das Trennende. So kommt es, dass auch fast 15 Jahre nach Ende des Krieges das Land immer noch der ständigen Hilfe der internationalen Gemeinschaft bedarf. Egal wer in Staatspräsidium gerade den Vorsitz führt. Im Oktober stehen wieder Wahlen an. Derzeit machten vor allem der Moslem Haris Silajdzic und der Serbe Milorad Dodik von sich reden. Silajdzic wirbt für einen Einheitsstaat ohne die alten Trennlinie, was ihm eine gewisse Unterstützung demokratischer Kreise einbringt. Der Serbe Dodik spricht immer noch vom “Recht Unabhängigkeit” seiner “Republika Srbska” .
Der angestrebte Weg in die Europäische Union dürfte noch sehr lang und steinig werden.