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Zeugin nimmt Vorwürfe gegen Sarkozy zurück - aber nur zum Teil

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Zeugin nimmt Vorwürfe gegen Sarkozy zurück - aber nur zum Teil

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Die Affäre um illegale Parteienfinanzierung in Frankreich geht weiter: An diesem Freitag wurden die Privat- und Büroräume des Vermögensverwalters von L’Oreal-Erbin Liliane Bettencourt durchsucht. Sie soll 2007 den Wahlkampf von Nicolas Sarkozy mit illegalen Spenden mitfinanziert haben.

Am Donnerstag hatte Bettencourts Ex-Buchhalterin, die Hauptbelastungszeugin Claire Thibout, frühere Aussagen abgeschwächt und dementiert, dass Sarkozy regelmäßig direkt Umschläge mit Geld erhalten habe – sehr zur Erleichterung des Präsidenten.

Thibout erklärte, ihre Aussagen seien von der Internetnachrichtenseite Mediapart nicht richtig wiedergegeben worden. Mediapart hatte die Affäre maßgeblich ins Rollen gebracht. Chefredakteur François Bonnet parierte: “Man spürt genau, dass es da juristischen, politischen und medienbedingten Druck auf Thibout gab. Und dass dieser Druck sie dazu brachte, ihre Aussagen zu extrem heiklen Punkten, die direkt den Präsidenten betreffen, abzuschwächen. Wir hingegen halten an dem Artikel, wie wir ihn am 6. Juli veröffentlichten, in seiner Gänze fest – Wort für Wort.”

An ihrer Grundaussage hielt aber auch die Buchhalterin fest: Dass sie auf Anweisung des Vermögensverwalters 150.000 Euro für den heutigen Arbeitsminister Eric Woerth abheben musste. Woerth kümmerte sich damals um die Wahlkampfspenden. Er bestritt, von der L´Oreal-Erbin Bargeld für Sarkozys Kampagne erhalten zu haben.

Laut Medienberichten wurden von Liliane Bettencourts Konten kurz vor dem damaligen Wahlkampf knapp 400.000 Euro abgehoben.