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Zurück ins Trauma: 15 Jahre Massaker von Srebrenica

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Zurück ins Trauma: 15 Jahre Massaker von Srebrenica

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Knapp 15 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica gedenken Tausende des schwersten Kriegsverbrechens in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg – auf einem gut 100 Kilometer langen Marsch. Während des Bosnienkrieges waren mitten in der UNO-Schutzzone bis zu 8000 muslimische Bosniaken umgebracht worden.

Malic Mirsad, ein Überlebender:
“Ich fühle mich dem Respekt gegenüber den Opfern verpflichtet, die in den Bergen umgekommen sind. Ich zeige meinen Respekt auf diese Weise zeigen, solange ich es schaffe.”

Wie er waren tausende aus der Enklave über die Berge geflohen, nachdem bosnische Serben sie überrannt hatten – er hat dabei seinen Vater verloren.

Die in Massengräbern verscharrten Opfer sind längst nicht alle gefunden. Wie jedes Jahr werden die überreste der frisch Identifizierten zum Jahrestag auf dem Erinnerungsfriedhof in Potocari beigesetzt. 775 sind es diesmal.

Hatidza Mehmedovic hat ihren Ehemann verloren, zwei Söhne und zwei Brüder:

“Das sind immer die schwersten Tage, wenn der Monat Juli, kommt. Wenn die Beerdigungen beginnen, wenn die menschlichen überreste nach Potocari gebracht werden. Aber meine Kinder gelten immer noch als vermisst.”

Am 11. Juli 1995 war die mit Flüchtlingen überfüllte Stadt in die Hände bosnisch-serbischer Truppen gefallen, Kommandant Ratko Mladić. Unter den Augen niederländischer UNO-Soldaten wurden Männer zwischen 12 und 77 von ihren Familien getrennt und umgebracht, offenbar geplant und mit System. Mladić ist vor dem „UN-Kriegsverbrechertribunal“ in Den Haag angeklagt -aber immer noch nicht gefasst.

Hinterbliebene des Massakers von Srebrenica haben ein Verfahren gegen den Kommandanten des niederländischen UNO-Bataillons eingeleitet.

Nach der Einnahme von Srebrenica durch bosnisch-serbische Truppen hatten ihre Angehörigen Zuflucht im Stützpunkt des niederländischen Bataillons gefunden, wurden aber weggeschickt und kamen um.