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Betancourt macht sich in Kolumbien unbeliebt

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Betancourt macht sich in Kolumbien unbeliebt

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Ingrid Betancourts Schadensersatzforderung für sechs Jahre Geiselhaft bei den Farc-Rebellen sorgte bei der Regierung und vielen Kolumbianern für Empörung. Umso mehr, da sie kurz nach Eingehen der Forderung in Bogota mit Militärs den zweiten Jahrestag der erfolgreichen Befreiungsaktion feierte.

“Sie fuhr dahin, nachdem man sie vor dem gewarnt hatte, was passieren würde. Dann ist es passiert, und nun will sie den Staat dafür verantwortlich machen. Ich denke, das verdient den Weltpreis für Heuchelei, Opportunismus und Undankbarkeit”, nahm Vizepräsident Francisco Santos kein Blatt vor den Mund.

Betancourt war 2002 als Präsidentschaftskandidatin beim Wahlkampf in einem bekanntermaßen gefährlichen Gebiet, das die Armee gerade erst wieder der Rebellenorganisation abgenommen hatte, von Farc-Mitgliedern entführt worden. 2008 wurde sie in einer spektakulären Militäroperation befreit.

Entgegen mehreren Berichten über Warnungen, in die Region zu fahren, wirft sie der Regierung vor, nicht ausreichend gewarnt und geschützt worden zu sein. Betancourt fordert über 12 Milliarden kolumbianische Pesos (umgerechnet über fünf Millionen Euro) als Schadensersatz für sich und ihre Angehörigen und drängt auf eine außergerichtliche Einigung, wie das Verteidungsministerium jetzt bekannt gab.