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Sechs Monate nach Beben: Haiti in Trümmern

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Sechs Monate nach Beben: Haiti in Trümmern

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Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Erdbeben gleicht Haiti noch immer einer Trümmerwüste. Zu langsam gehe der Wiederaufbau voran, es fehle an Gerät und Geld, aber auch an politischer Führung, bemängeln Hilfsorganisationen. Eineinhalb Millionen Menschen wurden obdachlos, fast alle leben noch immer bei Verwandten oder in Zelten.

“Wir hatten auf gehofft, dass sich unsere Situation von Grund auf verbessern würde, vom Wiederaufbau war die Rede, aber so, wie die Dinge vorangehen, können wir noch fünf Jahre warten, vielleicht auch zehn oder den Rest unseres Lebens”, sagt Carmene Hypolite, Mutter von vier Kindern, vor ihrem Zelt in der Hauptstadt Port-au-Prince.

Binnen 40 Sekunden hatte das Beben der Stärke 7 das ärmste Land der westlichen Halbkugel um Jahrzehnte zurückgeworfen. Eine Viertelmillion Menschen kamen ums Leben.

Nach Angaben der Organisation Ärzte Ohne Grenzen ist die medizinische Versorgung nun besser als vor der Katastrophe. Doch die international zugesagten knapp neun Milliarden Euro Hilfsgelder kommen nur zögerlich an.

Präsident René Préval hatte Haiti einen kompletten Neuanfang versprochen. Der Zorn vieler Menschen richtet sich nun gegen ihn, bereits mehrfach gab es Protestmärsche. Préval kündigte unlängst an, das Thema Wiederaufbau bald anpacken zu wollen. Die Opposition forderte seinen Rücktritt. Im November werden Parlament und Präsident neu gewählt. Préval darf nicht noch einmal kandidieren.