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Fidel Castro zeigt sich im Fernsehen

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Fidel Castro zeigt sich im Fernsehen

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Kubas betagter Ex-Präsident Fidel Castro ist erstmals seit langer Zeit wieder im Fernsehen aufgetreten. Der 83-Jährige zeigte sich am Montagabend in einer vom kubanischen Fernsehen ausgestrahlten Sendung in augenscheinlich stabiler gesundheitlicher Verfassung und guter Laune.

Während der Sendung kritisierte Castro die USA massiv und warf Washington vor, für den Untergang der südkoreanischen Korvette “Cheonan” Ende März verantwortlich zu sein. Damit hätte ein Krieg zwischen Süd- und Nordkorea entfesselt werden sollen. Zugleich warnte er vor den wachsenden Gefahren eines Krieges mit dem Iran. Zur angekündigten Freilassung von 52 kubanischen Dissidenten äußerte Castro sich nicht. Die ersten sechs von ihnen werden an diesem Dienstag mit ihren Familien in Spanien erwartet. Pedro Argüelles sitzt seit sieben Jahren in Haft.

Der bekannten kubanischen Bloggerin Yoani Sanchez gelang es, ihn im Gefängnis telefonisch zu interviewen. Er sei in die Gefängnisverwaltung gebracht worden, dort habe man ihn mit dem Erzbischof von Havana verbunden. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass er auch auf der Liste derjenigen stünde, die freigelassen werden sollten. Allerdings müsse er akzeptieren, nach Spanien auszureisen.

Es interessiere ihn aber nicht, seine Heimat zu verlassen. Sein Platz sei hier, er werde weiter in Kuba für Rechte, Freiheit und die menschliche Würde kämpfen. Er wolle hierbleiben und gegen das totalitäre System von Castro kämpfen. Die kubanische Regierung hatte vergangene Woche nach Vermittlung der katholischen Kirche und Spaniens die Freilassung von insgesamt 52 inhaftierten politischen Gefangenen verkündet.

Sie alle gehören zu der “Gruppe der 75”, die 2003 zu Haftstrafen von bis zu 28 Jahren verurteilt worden waren.