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Frankreichs Anti-Verschleierungsgesetz

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Frankreichs Anti-Verschleierungsgesetz

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Frankreich macht ein Gesetz für 2.000 Frauen.
Mehr sollen es nach Schätzungen nicht sein, die sich solcherart voll-verschleiert in der Öffentlichkeit bewegen. Aber für Staatspräsident Nicolas Sarkozy geht es ums Prinzip.
Darum hat er vor einem Jahr vor beiden kammern des Parlaments erklärt:
“Wir können nicht akzeptieren, dass in unserem Land Frauen hinter einem Gitter gefangen gahelten werden, abgeschnitten vom sozialen Leben, ihrer Identität beraubt. Das entspricht nicht der Idee der französischen Republik, die für die Würde der Frau einsteht.”

Für den Präsidenten stehen die Rechte der Frauen im Mittelpunkt. In diesem Sinne begründete dann auch seine Justizministerin Michelle Alliot-Marie das Gesetz mit dem Hinweis auf den freien Willen der Frauen, der hinter dem Schleier verschwinde.
Und dann verwies sie auf ein weiteres Prinzip dieser Republik, wonach jeder Mensch für jeden, dem er im öffentlichen Raum begegne, identifizierbar sein müsse.

Die jungen Frauen von “Ni putes ni soumises” wollen, wie es der Name ihrer Organsisation besagt, weder Hure noch Unterdrückte sein.
Für die Präsidentin hat die Verschleierung nichts mit Islam zu tun. Sie nennt das “archaisch”, rückwärts gewandt. Sie befürchtet sogar, dass diese ständige Verschleierungsdebatte der extremen Rechten in die Hände spielen könnte.
Ihrer Meinung nach entstehe bei dieser Debatte eher Verwirrung in der Frage, wer normaler gläubiger Moslem sei und wer Fanatiker.

Wessen Rechte sind nun höher zu achten – die von Bürgern, denen angesichts von Vermummten am Steuer nicht wohl ist, oder jene der vermummten Frauen? Die französische Sektion von “amnesty international” bezeichnet diese Art von Vermummung als Menschenrecht.