Eilmeldung

Eilmeldung

Frankreichs Einfluss in Afrika

Sie lesen gerade:

Frankreichs Einfluss in Afrika

Schriftgrösse Aa Aa

Frankreich feiert heute das Ende seiner Kolonialmacht. Vor einem halben Jahrhundert erklärte Kamerun seine Unabhängigkeit.
1954 hatte Vietnam als erste Kolonie die französische Herrschaft abgeschüttelt.
Man nannte die 60er Jahre das “afrikanische Jahrzehnt”.

Allein von August bis November 1960 wurden 13 zuvor französischen Kolonien unabhängig.
Kamerun, Senegal, Togo, Madagaskar, Kongo, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Gabun, Mali, Mauretanien.
Trotz Unabhängigkeit behielt Frankreich weiterhin starken Einfluss – so kam Omar Bongo 1967 mit französischer Hilfe in Gabun an die Macht kam und hielt sich dort 42 Jahre.

Der gegenwärtige Staatschef Nicolas Sarkozy, der bekanntlich alles anders machen will, hatte auch in der Afrikapolitik einschneidende Änderungen angekündigt. Bei seinem ersten Staatsbesuch im Tschad 2008 dominierten die bekannten Bilder von Eliteeinheiten, gedrillt von französischen Militärs.

Berührungsängste mit Herrschern, denen schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, kennt auch der gegenwärtige französische Präsident nicht.

Im Mai hatte er sie alle zu einem “Französisch-afrikanischen Gipfel” nach Nizza eingeladen.
Dieser verlief allerdings nicht ganz nach Wunsch.
Die Afrikaner rüttelten an den Privilegien ihres einstigen “Mutterlandes”.

Sarkozy sprach von “gleichberechtigter Partnerschaft, von gemeinsamen Interessen”.
Das waren bisher vor allem die französischen Interessen an Uran und Erdöl, wofür der jeweilige “Partner” auch noch gestützt wurde, wenn er die Verfassung außer Kraft setzte, um seine Amtszeit zu verlängern. Zuletzt so geschehen im vergangenen Jahr im Niger.

Dafür bilden französische Offiziere die Armeen aus, die dann die französischen Wirtschaftsinteressen in Afrika schützen. Und zum Dank dürfen die afrikanischen Partner am 14. Juli mit über die Champs Elysées paradieren.