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Streit um Frankreichs große Parade

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Streit um Frankreichs große Parade

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Für Streit sorgt bei der Parade die Anwesenheit von Soldaten aus Afrika. Frankreich will damit die Verbundenheit zu den alten Kolonien zeigen; Menschenrechtler haben aber Bedenken, dass unter den Soldaten auch Männer sein könnten, die sich in ihren Ländern schwerer Verbrechen schuldig gemacht haben, beim Einsatz in Bürgerkriegen oder gegen Regimekritiker.

Die französische Regierung bestreitet das, und auch die geladenen Staatsoberhäupter aus Afrika wollen diesen Tag genießen. “Ich möchte mich trotzdem darüber freuen”, sagt Malis Präsident Amadou Toumani Touré; “dass wir an diesem Umzug teilnehmen können. Unsere Truppen sind die Erben der schwarzen Einheiten von früher, die bei großen Kriegen in Frankreich dabei waren.”

Die Kritiker sehen ihre Bedenken aber nicht zerstreut, wie zum Beispiel die Französische Menschenrechtsliga. “Meine Frage ist”, meint ihr Vorsitzender Michel Tubiana; “ob Leute dabei sind, die juristisch wegen schwerer Vergehen belangt werden könnten. Und darauf antwortet Frankreichs Regierung nur mit Schweigen.”

Noch am Vorabend der Parade hatten einige hundert Menschenrechtler in Paris auf ihre Bedenken aufmerksam gemacht. Sie nennen Beispiele wie Gabun oder auch Guinea: Dort töteten Regierungstruppen letzten Herbst mehr als 150 Menschen.