Eilmeldung

Eilmeldung

Kubanischer Dissident: "Sie haben mich krank gespritzt"

Sie lesen gerade:

Kubanischer Dissident: "Sie haben mich krank gespritzt"

Schriftgrösse Aa Aa

In der spanischen Hauptstadt Madrid sind zwei weitere freigelassene kubanische Dissidenten eingetroffen. Beide Männer waren bis zu ihrer Verhaftung in Havanna als freie Journalisten tätig.

Der kubanische Präsident Raul Castro hat unter Vermittlung der katholischen Kirche der Freilassung von insgesamt 52 politischen Gefangenen zugestimmt. Sechs von ihnen waren bereits am Dienstag in Madrid angekommen.

Normando Hernandez Gonzalez erzählt: “Ich bin im Gefängnis gefoltert worden. Ich bin in den Hungerstreik getreten. Ich wurde krank. Ich glaube, sie haben mich krank gespritzt.”

Nach all dem Durchlebten glaubt Hernandez nicht, dass seine Freilassung und die seiner Leidensgenossen eine Geste der Menschlichkeit seitens des Präsidenten ist. Auch glaubt er nicht, dass das Castro-Regime schwächelt. Raul Castro habe die Insel unter Kontrolle, im Hintergrund ziehe Fidel nach wie vor die Fäden. Hernandez meint: “Das Ganze ist doch nur eine Show des kubanischen Regimes und hat nur ein Ziel: Die EU soll eingewickelt werden. Es wäre ein großer Fehler, dem Regime in Havanna auf den Leim zu gehen.”

Der Revolutionsführer und ehemalige Präsident Fidel Castro trat zwar unlängst im Fernsehen auf, zu der Entscheidung seines Bruders, die 52 freizulassen, nahm der Comandante nicht Stellung.