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Olaparib - ein vielversprechendes Krebsmedikament

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Olaparib - ein vielversprechendes Krebsmedikament

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Olaparib, so heisst ein Medikament, das derzeit in Großbritannien getestet wird. Es soll das Tumorwachstum bei Trägerinnen des Krebsgens BRCA1 oder BRCA2 verzögern.

Vielleicht eine neue Waffe im Kamf gegen aggressive Formen von vererblichem Krebs, gegen die selbst Chemotherapie nichts ausrichten kann.

Tests erlauben Frauen heute herauszufinden, ob sie das Krebsgen in sich tragen und ob es mutiert ist. Eine positive Diagnose stellt die Betroffenen vor eine schwierige Wahl.

“Frauen, bei denen der Krebs noch nicht ausgebrochen ist, müssen sich entscheiden, ob sie ihr Risiko durch Operationen, wie Brustamputationen oder das Entfernen der Eierstöcke reduzieren wollen. Eine schwere Entscheidung. Frauen, die bereits an Krebs leiden, fällt das leichter. Sie wissen, dass sie sonst vielleicht nicht überleben werden”, erklärt der Onkologe Dr. Andrew Tutt vom Londoner King’s College.

Ergebnisse einer Studie belegen, dass Olaparib bei mehr als 40 % der Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs die Tumore schrumpfen liess. Eben so bei über 33 % der Eierstockkrebs-Patientinnen. In beiden Fällen konnte das Krebswachstum durschnittlich um sechs Monate aufgehalten werden. Durch den gezielten Einsatz gibt es weniger Nebeneffekte: Krebszellen werden getötet, gesunde relativ wenig angegriffen.

“Wir haben Frauen mit Olaparib behandelt, von denen wir wussten, dass selbst Chemotherapie nicht angeschlagen hatte. Und bei beachtlich vielen von Ihnen konnten wir die Tumore verkleinern und deren Wachstum verzögern”, erklärt Tutt.

Ein Fortschritt, doch die Entwicklung des Medikaments steckt noch in den Kinderschuhen. Es wird noch Jahre dauern, bevor es als offizielle Behandlungsmethode angerkannt werden könnte.

Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite des Londoner King’s College.