Eilmeldung

Eilmeldung

BP-Ölquelle bleibt verschlossen

Sie lesen gerade:

BP-Ölquelle bleibt verschlossen

Schriftgrösse Aa Aa

Der Abdichtzylinder auf dem Bohrloch dürfe weiter getestet werden, obwohl in der Umgebung Öl aus dem Meeresboden entweiche, sagte der Einsatzleiter der US-Regierung, Thad
Allen. Auch an dem Deckel selbst gebe es ein kleines Leck:

“Ich kann noch nicht davon sprechen, das wir das Bohloch endgültig verschlossen haben bevor die Entlastungsbohrung abgeschlossen ist. Leider gibt es derzeit noch zu viele unbeantwortete Fragen bezüglich technischer Details.”

Noch am Vortag hatte sich der Sonderbeauftragte der US-Regierung besorgt über diese “Anomalien” gezeigt. Er fürchtete, dass die kilometerlange Steigleitung im Meeresboden dem Druck der Ölmassen nicht standhält. Eingehende Prüfungen hätten dafür aber keine Anzeichen ergeben. Derzeit deute nichts auf ein schweres Problem in der Quelle hin, sagte Allen. Er verlängerte den Test daher um 24 Stunden.

Auch der britische Ölkonzern zeigte sich zuversichtlich. “Es läuft alles absolut so, wie wir es erwartet haben”, sagte BP-Manager Kent
Wells. “Je länger dieser Test dauert, desto mehr Vertrauen haben wir in die Stabilität der Quelle.”

Zunächst sei zu klären, warum drei Kilometer von dem Bohrloch entfernt Öl aus dem Meeresboden sickere – und an weiteren Stellen Methangas entweiche. Über das weitere Vorgehen solle zunächst ein Expertenteam beraten, das ständig Prüfergebnisse auswerte. Die Kappe auf dem Bohrloch hält seit vier Tagen das Öl davon ab, ins Meer zu strömen. Noch bis zum vergangenen Donnerstag schossen bis zu 8200 Tonnen pro Tag als gewaltige Fontäne aus dem Leck in 1500
Meter Tiefe. Bislang bezeichnen BP und die Regierung die Versiegelung als Versuch – laut Wells soll er in 24-Stunden-Schritten immer weiter
verlängert werden.

Die Kappe könne womöglich so lange auf dem Bohrloch bleiben, bis die Quelle mit Entlastungsbohrungen vier Kilometer unter dem
Meeresboden vollständig versiegelt sei, sagte Wells. Damit wird frühstens Ende Juli oder Anfang August gerechnet.

Sollte die Steigleitung der Belastung des Drucks nicht standhalten, müssten die Ventile des Zylinders wieder geöffnet und das ausströmende Öl wie zuvor auf bereitstehende Schiffe abgepumpt
werden. Bis diese Operation anlaufen könnte, würden mehrere Tage vergehen, in denen wieder tonnenweise Öl ins Meer geraten würde.