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Cameron: Öl-Leck und Lockerby nicht verwechseln

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Cameron: Öl-Leck und Lockerby nicht verwechseln

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Die Freilassung des Lockerbie-Attentäters Abdelbasset al-Megrahi sorgt weiter für Zündstoff. Der Libyer war vor knapp einem Jahr von den schottischen Behörden begnadigt worden. Bei dem Anschlag waren 270 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen US-Bürger.

Dass ein geplantes Geschäft des Ölriesen BP mit Libyen eine Rolle gespielt haben könnte, wies der britischen Premierminister David Cameron auf seinem Antrittsbesuch in Washington zurück: “Die Rolle von BP und möglichen Lobbyings muss BP selbst erklären. Ich denke nicht, dass wir in Großbritannien eine Untersuchung brauchen. Ich brauche keine Untersuchung, die mír zeigt, dass das eine falsche Entscheidung war. Ich denke nicht, dass es richtig ist, Mitgefühl zu zeigen mir einem solchen Massenmörder.”

US-Außenmninisterin Hillary Clinton hatte eine Untersuchung der Begnadigung gefordert, nachdem Senatoren den britischen Konzern des Lobbyings verdächtigt hatten.

“Wir sollten nicht die Ölkatastrophe mit dem libyschen Bomber verwechseln”, mahnte Cameron. “BP sollte zu Recht kritisiert werden für das, was im Golf von Mexiko passiert ist. Es sollte den Ölfluss stoppen, die Verschmutzungen beseitigen und Entschädigungen bezahlen. Damit kommen sie voran, auch damit, auf ein Sperrkonto 20 Milliarden Dollar einzuzahlen.”

Wegen der größten Umweltkatastrophe der USA steht der Londoner Ölmulti massiv in der Kritik. Nach der Explosion einer Bohrinsel gelang es BP nun erstmals seit drei Monaten, die sprudelnde Quelle zu verschließen. Die US-Behörden schätzen, dass insgesamt rund 800 Millionen Liter Öl ins Meer flossen.