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Schicksalsentscheidung für das Kosovo

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Schicksalsentscheidung für das Kosovo

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Ein ganz normales Alltagsleben im Kosovo – einem Staat, der selbst noch immer kein so normales Dasein führt. Vor zweieinhalb Jahren hat sich das Kosovo – in dem vor allem Albaner leben – von Serbien abgespalten.

Darf man das so einfach? – ist die Grundsatzfrage, die heute in einem Gutachten der Internationale Gerichtshof beantworten wird.

Serbien solle endlich die Fakten anerkennen, sagt Skënder Hyseni, der Außenminister des Kosovo. Viele Länder hätten das Kosovo als Staat anerkannt, und es werde auf allen Ebenen ein Mitglied der Weltgemeinschaft werden.

Ein Staat mit Problemen: So lebt im Kosovo auch eine Minderheit von Serben, die sich weiter als Teil von Serbien betrachten. Serbien und Verbündete wie Russland sehen im unabhängigen Kosovo auch ein gefährliches Vorbild für Minderheiten in anderen Ländern.

Heute werde man wissen, sagt Serbiens Außenminister Vuk Jeremić, ob Staatsgrenzen künftig vor solchen Bemühungen noch sicher seien. Man werde wissen, ob die einseitige Erklärung einer Abspaltung zur Rechtsnorm werde.

Knapp siebzig Länder haben das Kosovo als Staat anerkannt. Andere lehnen das ab – vor allem Länder wie Russland oder Spanien, die selbst Probleme mit Minderheiten haben. Wieder andere warten mit einer Entscheidung noch auf das Gutachten aus Den Haag. Eine bindende Wirkung hat die Entscheidung der Richter allerdings nicht.