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Nach Fabriköffnung Schadstoffe im Baikalsee

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Nach Fabriköffnung Schadstoffe im Baikalsee

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Die Sorgen der Umweltschützer scheinen sich zu bestätigen: Nach der Wiederinbetriebnahme einer Papier- und Zellstofffabrik am Baikalsee haben Wissenschaftler schädliche Substanzen in der Umgebung der Abwasserleitungen der Fabrik nachgewiesen. Im Auftrag der russischen Umweltaufsicht entnahmen Taucher Anfang Juli Wasserproben in unterschiedlicher Tiefe, nun gaben sie die ersten Ergebnisse bekannt.

“Wenn wir das Wasser im Rest des Sees mit dem Wasser an den Fabrikrohren vergleichen, gibt es Unterschiede in der Klarheit, es finden sich bestimmte Substanzen, und in der Umgebung der Rohre sahen wir auch Spuren dieser Substanzen oben an der Wasseroberfläche”, erklärt einer der Forscher. Nach Angaben des Instituts, das die Proben untersuchte, gibt es für die entdeckten gefährlichen Substanzen jedoch keine vorgeschriebenen Grenzwerte.

Die Fabrik am tiefsten Süßwassersee der Welt hatte nach jahrzehntelanger Abwassereinleitung wegen strengerer Umweltauflagen 2008 den Betrieb eingestellt, war aber Anfang des Jahres auf Initiative des Ministerpräsidenten Wladimir Putin wieder eröffnet worden – mit dem alten offenen Abwasserkreislauf. Umweltschützer protestierten dagegen, Anwohner demonstrierten wegen der Sicherung von Arbeitsplätzen dafür.