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Unterschiedliche Reaktionen auf Urteil zum Kosovo

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Unterschiedliche Reaktionen auf Urteil zum Kosovo

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Die internationale Gemeinschaft hat unterschiedlich auf das Urteil aus Den Haag zur Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo reagiert. Die Europäische Union stellte sowohl Serbien als auch dem Kosovo die Integration in die EU in Aussicht. 22 EU-Staaten reagierten mit staatlicher Anerkennung, Spanien, Griechenland, Zypern, Rumänien und die Slowakei machten nicht mit. Im Gespräch mit euronews sagte der russische Botschafter bei der Europäischen Union, Wladimir Tchijow, jede Entscheidung, auch wenn es nur eine beratende wie diese sei, könne Signalwirkung auf der ganzen Welt haben und als Vorwand benutzt werden. Es gebe viele Länder, die Probleme mit ihrer territorialen Integrität hätten. Es gebe Dutzende, wenn nicht hunderte Situationen dieser Art auf der Welt, in denen die Entscheidung des Gerichtshofes mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen werde. Er hoffe, dass sie nicht als Vorwand genommen werde, um Länder wie Serbien, die die Unabhängigkeit des Kosovo ablehnten, zu einem Kurswechsel zu bringen. Von weltweiter Anerkennung kann allerdings keine Rede sein. Das ist erst der Fall, wenn mehr als die Hälfte der 192 UN-Mitgliedsstaaten diesen Schritt vollziehen. Das wären 97. Bei gerade mal 69 Anerkennungen ist man davon aber noch weit entfernt. Auch Spanien lehnt die Anerkennung des Kosovo ab. Die stellvertretende Regierungschefin Maria Teresa Fernandez De La Vega sagte, ihr Land werde bei seiner Position bleiben. Spanien habe immer den Dialog gesucht, um das Problem zu lösen. Nach ihrer Auffassung könne niemand mit Verantwortungsbewusstsein die Situation im Kosovo mit den Umständen in Spanien vergleichen; mit den Regeln der Koexistenz, die für alle spanischen Bürger gelten würden. Die serbische Regierung trat zu einer Sondersitzung zusammen. Sie reagierte nicht auf lauter gewordene Rücktrittsforderungen und will weiter
machen wie bisher. Serbien setze auf die UN-Vollversammlung im September, hieß es in Belgrad.