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Fiat wegen Produktionsverlagerung in der Kritik

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Fiat wegen Produktionsverlagerung in der Kritik

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Fiat-Mitarbeiter in Italien haben gegen Pläne des Konzerns protestiert, ein neues Modell nicht in der Heimat, sondern in Serbien zu produzieren. Sie legten für zwei Stunden die Arbeit nieder. Auch von Regierungsseite hagelte es Kritik am Vorhaben von Fiat-Chef Marchionne. Serbien will für die Produktionsverlagerung mehrere hundert Millionen Euro beisteuern.

“Wir verdienen um die 1.000 Euro im Monat”, schimpft ein Arbeiter. “Serbien hat Fiat zugesagt, 400 Euro pro Arbeiter zu zahlen. Fragen wir doch Marchionne ganz direkt: Warum haben Sie über 110 Jahre hinweg Geld von Italien und von der Europäischen Union angenommen?”

Auch mehrere Minister kritisierten, dass Fiat Abwrackprämien und andere Subventionen kassiert habe und nun anderswo den neuen Minivan bauen will. Arbeitsminister Maurizio Sacconi schaltete sich unverzüglich ein: Er habe für nächsten Mittwoch ein Treffen mit Gewerkschaftsvertretern und Fiat-Managern anberaumt. Er sei zuversichtlich, dass alle Seiten zu einer Lösung kämen.

Noch hofft die Regierung, das Steuer herumzureißen, schließlich ist Fiat Italiens größter privater Arbeitgeber. Der Konzern hatte sein Vorhaben auch mit langwierigen, fruchtlosen Verhandlungen mit den italienischen Gewerkschaftern begründet.