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CONCORDE - Aufstieg und Fall eines Mythos

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CONCORDE - Aufstieg und Fall eines Mythos

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25. Juli 2000. Um 16 Uhr 44 beendet ein schrecklicher Unfall die Epoche der zivilen Überschallflugzeuge. Eine CONCORDE der Air France stürzt noch in der Startphase am Pariser Flughafen “Charles de Gaulle” ab. Es sterben: hundert deutschen Passagiere, überwiegend Deutsche, 9 Besatzungsmitglieder und vier Menschen am Boden.

Die Untersuchungen ziehen sich hin. Schuldzuweisungen zwischen Flughafenbetreiber und Flugzeughersteller machen die Ermittlung der Unfallursachen zum langen Expertenstreit. Dabei kommt heraus, dass die Reifen schon lange als Schwachpunkt der CONCORDE erkannt worden waren, verantwortlich für insgesamt fünf “Zwischenfälle”.

Dieses kleine Stück Metall liegt auf dem Richtertisch, als im Februar 2010 – fast zehn Jahre nach dem Unglück – Prozeß beginnt.. Eine DC 10 von “Continental Airlines” soll die Titan-Lamelle verloren haben, nur Minuten bevor die CONCORDE über die gleiche Startbahn rauschte.
Dieses kleine Metallteil wurde hochgeschleudert und traf einen Tank, aus dem das Flammen schlugen.

Wie war man doch stolz gewesen in Frankreich, als 1969 die erste CONCORDE vorgestellt wurde!
Zusammen mit Großbritannien war auf einem wichtigen Gebiet der Technologie-Entwicklung der Sprung an die Weltspitze gelungen!

Da sollte es allerdings noch sieben Jahren dauern bis zum ersten kommerziellen Flug. Die “Knicknase” in Zahlen: 62 Meter lang, Breite über die Tragflächen:25 Meter, Fluggeschwindigkeit: 2.368 km/h – das ist die zweimal so schnell wie der Schall.

Nach dem Unfall vom Juli 2000 wurden für ein Jahr alle Flüge eingestellt. Die beiden Fluggesellschaften Air France und British Airways fanden bei der ungeklärten Sicherheitslage kaum noch zahlende Kundschaft – und gerechnet hat sich der superteure Supervogel auch vorher nicht.
Im Oktober wurde nach einem Testflug der Linienverkehr wieder aufgenommen. Aber bald schon räumten beide Betreiber ein, dass ihnen ihr Prestigeobjekt zu teuer werde. Seitdem fliegt weltweit niemand mehr Passagiermaschinen im Überschallbereich.

In Frankreich trauert man noch heute diesem nationalen Mythos nach. Schließlich war die CONCORDE so etwas wie Frankreichs Vorzeigebeispiel für die wissenschaftlich-technische Leistungsfähigkeit des Landes.

Die Beweisaufnahme im Prozeß um die Unfallursache wurde im Mai abgeschlossen. Man erlebte vor Gericht einen Schlagabtausch von Schuldzuweisungen. Schließlich wäre ein Verurteilung für die amerikanische Gesellschaft “Continental Airlines “ äußerst geschäftsschädigend. Das Urteil wird nicht vor Dezember erwartet.

Die meisten Hinterbliebenen haben sich schon längst außergerichtlich von Air France mit Entschädigungszahlungen abfinden lassen.