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Experte zur Flugsicherheit

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Was weiss man 10 Jahre nach dem Absturz der Concorde über die Ursachen? Darüber spreche ich mit Berbard Bourdon, verantwortlich für Unfallermittlung bei der “Europäischen Agentur für Flugsicherheit”, die in Köln angesiedelt ist.

euronews:
Der Unfall warf Fragen auf nach der Wartung der Concorde von Air France, aber auch nach der wartung der DC 10 von Continantal Airlines. Was hat man daraus gelernt?

Bernard Bourdon:
Man hat viel verändert bei der Organisation der Verantwortlichkeit der verschiedenen Organisationen, soll heißen: jetzt wird eine Organisation für die Wartung bestimmt. Das bedeutet, dass jeder Organismus, der an der Wartung beteiligt ist, egal an welcher Stelle im öffentlichen Verkehr, Strukturen zum Umgang mit Risiken haben muss, um Risiken festzustellen, darüber die Leute zu informieren und eventuell etwas zu verändern. Das ist wirklich ein qualitativer Prozeß, der sich etwa seit den 90er Jahren entwickelt und nun eine gewisse Reife erlangt hat.

euronews:
Während dieses Prozessen gab es Kritik daran, wie die Ermittlungen geführt wurden, an fehlender Unanhängigkeit, fehlender Transparenz. Was denken Sie darüber?

Bernard Bourdon:
Wir sind von einer Untersuchungsführung, die auf der Teilnahme der Staaten basierte, zu einer Übertragung von Verantwortlichkeiten gelangt. Die hat einen entscheidender Vorteil: die europäische Agentur EASA wird von der EU-Kommission und vom Europa-Parlament kontrolliert.
Wir haben die Pflicht, unsere Aktivitäten gegenüber den Mitgliedsstaaten transparent zu gestalten.
Was die Information anbelangt, so denke ich, dass sich durch den Fall Concorde viel geändert hat.
jetzt wird viel schneller informiert. Das heißt, wenn nicht entsprechend dem aktuellen Untersuchungsergebnis berichtet wird, dann können sowohl Medien als auch die Informationsquellen selber übers Internet viel schneller informieren, Kommunikation wird also zur Notwendigkeit.

euronews:
Ist der europäische Himmel heute sicherer als vor 10 Jahren?

Bernard Bourdon:
Der Verkehr nimmt immer noch sehr stark zu, trotz Krise. Eine gewisse Stabilisierung bei der Zahl der Unfälle im Verhältnis zur Zahl der Flüge am europäischen Himmel gibt es aber schon. Das Sicherheitsniveau ist gewachsen. Und es wächst mit der technischen Entwicklung ständig. In den Flugzeugen gibt es immer mehr Sicherheitstechnik. Und auch die Informationskanäle werden weiterentwickelt. Man sieht in Europa, wie einige Länder ihr Bestes tun, um eine einheitliche Organisation zu schaffen.