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Urteilsverkündung gegen "Duch"

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Urteilsverkündung gegen "Duch"

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An diesem Montag soll soll erstmals eine der Schlüsselfiguren der Roten Khmer verurteilt werden. Das eigens von den Vereinten Nationen eingerichtete Völkermordtribunal in Phnom Penh wird 30 Jahre nach der Schreckensherrschaft der Roten Khmer den wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagten Kaing Guek Eav alias “Duch” verurteilen. Der heute 67-Jährige hatte das Foltergefängnis S-21 geleitet. Er bezeichnete sich selbst als verantwortlich für den Tod von 12.000 Menschen.

“Duch” tauchte unter, als die Vietnamesen die Roten Khmer im April 1979 vertrieben und wurde erst 1999 von einem Journalisten aufgespürt. In dem berüchtigten Gefängnis ordnete er Folter an: Zehennägel ausreißen, Ausbluten, Babys wurden erschlagen. Wenn die Gefolterten genug Freunde denunziert hatten, ließ er sie hinrichten.

In Kambodscha wurden unter dem Regime der Roten Khmer mehr als 1,7 Millionen Menschen ermordet. Sie wollten eine ultrakommunistische Agrargesellschaft verwirklichen. Wer Regimeführer Pol Pot nicht bedingungslosen Gehorsam leistete, wurde liquidiert. Außer “Duch” sind vier weitere frühere Kader angeklagt und in Untersuchuchungshaft. Pol Pot starb unbehelligt im Jahr 1998.