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Reaktionen auf Urteil in Kambodscha

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Reaktionen auf Urteil in Kambodscha

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Die Urteilsverkündung war mit Spannung erwartet worden. Überlebende der Schreckensherrschaft der Roten Khmer und Hinterbliebene der Opfer verfolgten das Geschehen am Bildschirm. Viele Menschen zeigten sich unzufrieden mit der Haftstrafe und dem teilweisen Straferlass, so auch ein Neuseeländer, dessen Bruder Ende der 70er Jahre in Kambodscha getötet wurde, nachdem er mit einer Segeljacht in kambodschanische Gewässer geraten war:

“Meine Gefühle zählen nicht. Es geht mehr um die Menschen, die nicht mehr unter uns sind, und um das kambodschanische Volk, das noch immer leidet. Ich bin nicht glücklich.”

“Duch muss nur noch achtzehn Jahre im Gefängnis sitzen,”, sagte ein Kambodschaner, “und die anderen vier werden vielleicht freigelassen.”

Die anderen, das sind unter anderem die Nummer Zwei des Regimes, Nuon Chea, und der ehemalige Staatschef Khieu Samphan.

Eine kambodschanische Menschenrechtsaktivistin zeigte sich mit dem Richterspruch zufrieden: Er laute zwar nicht “lebenslänglich”, aber Duch werde praktisch den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen, und so gesehen sei das Urteil annehmbar.

“Wir sind erleichtert, dass das Gericht ihn bestraft hat,” sagte eine Frau, die ihren Vater verlor.

Das Tribunal zur Aufarbeitung der Verbrechen der Roten Khmer war 2003 eingerichtet worden, nach jahrelangen Verhandlungen zwischen Kambodscha und den Vereinten Nationen. Vor vier Jahren nahm das Tribunal die Arbeit auf.