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Wie steht es um die kubanische Wirtschaft?

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Wie steht es um die kubanische Wirtschaft?

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Mit der kubanischen Wirtschaft geht es bergab. Politische Beobachter sehen darin auch der Grund für Freilassung und Abschiebung von Dissidenten.

Auf Plakaten liest man:“Vamos bien” – wenn da behauptet wird, es gehe “gut voran”, dann steckt darin ungefähr soviel Wahrheitsgehalt, wie in den Losungen am Ende der DDR, die verkündeten:
“Ich leiste was – ich leiste mir was.”

Das Wirtschaftswachstum Kubas ist von 12,6 % 2006 auf 1,4 % 2009 gesunken. Die Außenhandelsbilanz zeigt dicke rote Zahlen. Die Importe mussten zuletzt um 37 % gekürzt werden.

5,1 Millionen Kubaner – das sind 85 % aller Beschäftigten, sind beim Staat angestellt. Und nun hat die Regierung verkündet, dass eine Million dieser oft unrentablen Beschäftigungsverhältnisse gekündigt werden sollen. Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei umgerechnet 14 euro – dass das sehr wenig ist, erkennt man auch ohne den fehlenden Vergleichswert.

Die Wirtschaft wird zu 95 % vom Staat gesteuert. Es gibt keinen nennenswerten privaten Sektor, der bei einer Liberalisierung schnell die eine Million Kubaner aufnehmen könnte, die der Staat entlassen will.

Die kommen höchstens für einige Wochen bei der Zuckerrohrernte unter, zu der nicht ausgelastete Industriearbeiter, Angestellte und selbst Soldaten und Studenten alljährlich aufs Land geschickt werden.

Vom Tourismus hatte man sich auch mehr versprochen. 2009 kamen zwar 3 % mehr Besucher – die Einnahmen aber sanken trotzdem um 10 %.