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Obama: "Keine Geheimnisse im Internet enthüllt"

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Obama: "Keine Geheimnisse im Internet enthüllt"

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Die Veröffentlichung Zehntausender Militärakten zum Afghanistan-Krieg im Internet hat nach Auffassung von US-Präsident Barack Obama keine Geheimnisse enthüllt. Gleichzeitig stimmte der Kongress der Forderung Obamas nach weiteren 33 Milliarden Dollar für den Einsatz in Afghanistan zu. “Die Dokumente offenbaren keine Sachverhalte, die nicht schon Teil der öffentlichen Diskussion über Afghanistan waren”, sagte Obama, “allerdings könnte das möglicherweise einzelne Beteiligte der Operation in Gefahr bringen.” Obama hatte im vergangenen Dezember eine neue strategische Ausrichtung für den Krieg vorgelegt, die unter anderem auf eine massive Truppenaufstockung baut. Die jetzt veröffentlichten Unterlagen zeigen auch, dass es unter der Zivilbevölkerung weitaus mehr Opfer gegeben hat, als bisher angenommen.

Außerdem legen sie nahe, dass US-Militärs über Jahre von einer direkten Kooperation von Pakistans Militärgeheimdienst ISI mit den Taliban ausgingen.

Die afghanische Regierung kritisierte das. Präsident Hamid Karsais Sicherheitsberater sagte, es sei für das afghanische Volk nicht nachvollziehbar, dass man Pakistan mehr als elf Milliarden Dollar für den Wiederaufbau und für die Stärkung seiner Sicherheitskräfte zur Verfügung stelle, wenn dann dort Terroristen ausgebildet würden.

Das US-Verteidigungsministerium fahndet indes intensiv nach dem Leck in den eigenen Reihen. Die Ermittler verdächtigen einen Analysten des Heeres, der bereits wegen der Weitergabe eines Videos einer tödlichen Hubschrauberattacke im Irak an Wikileaks angeklagt ist.