Eilmeldung

Eilmeldung

Streit um Verbot des Stierkampfs

Sie lesen gerade:

Streit um Verbot des Stierkampfs

Schriftgrösse Aa Aa

Für die Befürworter des Stierkampfs handelt es sich um eine Tradition, für die Gegner um reine Tierquälerei und um ein blutiges Spektakel. Der amerikanische Schrifteller und Nobelpreisträger Ernest Hemingway war davon fasziniert und setzte dem Stierkampf ein literarisches Denkmal. Doch Hemingway war auch begeisterter Großwild-Jäger.

“Man muss seiner wahren Bedeutung Rechnung tragen”, so der spanische Stierkämpfer Jose Calvo, “die darin liegt, dass ein Mann einen Stier besiegen und dabei Kunst schaffen kann.” In der Mythologie steht der Stier für Zeugungskraft und Fruchtbarkeit. Für Kulturwissenschaftler ist es kein Zufall, dass der Stierkampf in Gesellschaften Tradition hat, in denen auch der Männlichkeitskult Bedeutung hat. Den jüngeren Generationen allerdings bedeuten diese Werte immer weniger. “Die Menschen werden nicht mehr mit der Wahrheit des Todes konfrontiert”, meint ein Mann, der junge Stierkämpfer ausbildet.

“Der Tod ist immer mit uns. Es sieht aus, als wollten ihn die Menschen verstecken.” Es geht um das Töten und nicht um den Tod, könnte man hinzufügen. Im Süden Frankreichs beispielsweise gibt es eine unblutige Form – so genannte Stier-Rennen. Dabei geht es darum, den Stieren Trophäen zu entreißen, die zwischen ihren Hörnern befestigt sind. Danach dürfen die Tiere wieder auf die Weide.