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Frankreich will Roma ausweisen

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Frankreich will Roma ausweisen

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Frankreich will schärfer gegen kriminelle Roma vorgehen. Landesweit sollen 300 Lager aufgelöst werden, das ist etwa jedes zweite. Steuerprüfer sollen in den Lagern ermitteln. Wer sich strafbar gemacht hat, soll abgeschoben werden. Dies ist das Ergebnis einer Krisensitzung von Ministern und Polizeichefs bei Präsident Nicolas Sarkozy. Roma-Verbände und die Opposition reagierten empört.

Innenminister Brice Hortefeux sagte, “Wir werden nahezu sofort damit beginnen, Roma, die die Öffentliche Ordnung gestört haben oder straffällig geworden sind, abzuschieben, nach Bulgarien oder Rumänien.”

Im Unterschied zu den Roma aus Osteuropa gibt es in Frankreich seit Jahrhunderten Landfahrer. Sie sind bei den Behörden regiertriert. In einen Topf geworfen werden wollen sie nicht: “Es gibt zwischen einer halben und einer Million ‘Landfahrer’, die französische Staatsbürger sind und deren Rechte missachtet werden”, sagt Henri Braun, Anwalt der französischen Roma-Verbände. “Und ich hoffe, dass Nicolas Sarkozy dies berücksichtigen und Rassismus und Diskriminierung bekämpfen wird.”

Das Thema war hochgekocht, nachdem ein Roma auf der Flucht vor der Polizei erschossen worden war. Daraufhin griffen etwa 50 Jugendliche eine Polizeistation an. Die Opposition wirft der Regierung vor, von innenpolitischen Problemen ablenken zu wollen.