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Minister in Bettencourt-Affäre vernommen

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Minister in Bettencourt-Affäre vernommen

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In der französischen Steuer- und Spendenaffäre um die L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt hat die Polizei erstmals ein Kabinettsmitglied von Präsident Nicolas Sarkozy vernommen. Arbeitsminister Eric Woerth steht im Verdacht, von der Milliardärin einen Umschlag mit 150.000 Euro für Sarkozys Wahlkampf erhalten zu haben.

Bei der Vernehmung ging es auch um die Frage: Was wusste der Minister, dessen Gattin in Bettencourts Vermögensverwaltung arbeitete, von angeblich am Fiskus vorbeimanövrierten Milliarden und Privatinseln der L’Oréal-Erbin?
Die 87-jährige Liliane Bettencourt erklärte, sie habe niemals irgendjemandem Umschläge mit Geld beim Essen unter dem Tisch zugeschoben. Das sei mit ihrer guten Erziehung unvereinbar. Und was Milliarden im Ausland angehe, könne sie sich einfach nicht mehr erinnern.
Die Vernehmung der reichsten Frau Frankreichs fand in ihrem Haus im Pariser Nobelvorort Neuilly statt. Dort soll Bettencourts Vermögensverwalter die Wahlkampfspende übergeben haben. 2008 wurde er von Minister Woerth mit einem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet.