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Radikale Pläne für britisches Sozialsystem

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Radikale Pläne für britisches Sozialsystem

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Die neue britische Regierung will das Sozialsystem radikal vereinfachen: Bisher gibt es für Arme oder Arbeitslose Dutzende von Einzelleistungen; im Extremfall könnten künftig alle Bedürftigen nur noch ein einziges Sozialgeld bekommen.

Damit würden zum einen Verwaltung und Kosten abgebaut, sagt Arbeitsminister Iain Duncan Smith. Zum anderen hätten es die Hilfsempfänger dann einfacher, ihre Ansprüche durchzusetzen – ohne viel Streiterei oder das Gefühl, dass sie dafür erst durch fünfzig Reifen springen müssten.

Das alte System biete keinen Anreiz zum Arbeiten, sagt die Regierung. Außerdem sind die Kosten für Soziales in den letzten Jahren stark gestiegen. Schuld wäre damit die Labourpartei, noch bis vor kurzem an der Macht.

Labour macht aber im Gegenzug die neue Regierung und ihre bisherigen Sparmaßnahmen verantwortlich. Durch diese Kürzungen, sagt Labours Arbeitsexpertin Yvette Cooper, würden mehr Menschen arbeitslos und die Sozialleistungen eben teurer.

Einzelheiten der Regierungspläne sind noch nicht bekannt; bis zum Herbst sind zunächst Anhörungen geplant. Anfang nächsten Jahres soll dem Parlament
der Gesetzentwurf vorliegen.