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Kuba lässt mehr Privatwirtschaft zu

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Kuba lässt mehr Privatwirtschaft zu

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Angesichts der dramatischen Wirtschaftslage in Kuba will die Führung des Landes künftig etwas mehr Privatwirtschaft zulassen. Dies gab
Präsident Raúl Castro bei der Plenartagung der Nationalversammlung in Havanna bekannt. Kubaner dürfen künftig kleine Geschäfte betreiben und Arbeitskräfte beschäftigen.

“Der Ministerrat ist übereingekommen, mehr selbständige Arbeit zuzulassen und sie zu nutzen, als eine weitere Beschäftigungsalternative für überzählige Arbeiter,” sagte der Präsident. Um dies zu ermöglichen, werde der Handel mit bestimmten Produkten erlaubt, entsprechende Verbote würden beseitigt. Die Maßnahmen bedeuteten einen strukturellen Wechsel, erklärte Castro, sie verfolgten das Ziel, das soziale System des Landes zu entwickeln und für die Zukunft zu erhalten. Von “Reformen” sprach Castro nicht.

Auch Wirtschaftsminister Marino Murillo betonte, dass die Maßnahmen nicht zu einer freien Marktwirtschaft führen würden. 90 Prozent der kubanischen Wirtschaft liegen in der Hand des Staates.

Um Geld in die Staatskasse zu bringen, will Kuba ab Januar mit ausländischen Interessenten über die Anlage von 16 Golfplätzen verhandeln. Im Rahmen des Projekts soll es Ausländern auch möglich sein, Villen auf der Insel zu kaufen.