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Handfester Streit um Kaczynski-Kreuz

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Handfester Streit um Kaczynski-Kreuz

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Viel Ärger um ein Kreuz: Es geht um die Erinnerung an den früheren polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski, der im April bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Spontan stellten Pfadfinder damals vor dem Präsidentenpalast in Warschau zum Gedenken ein drei Meter hohes Holzkreuz auf. Der neue Präsident Bronislaw Komorowski will das Kreuz aber in der nahegelegenen Annenkirche aufstellen lassen; dies wurde mit den Pfadfindern und der katholischen Kirche auch so vereinbart.

Am Montag sollte das Kreuz überführt werden. Dagegen protestierten jedoch Anhänger des toten Präsidenten; es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Aber die Demonstranten hatten Erfolg: Vorerst wurde der Umzug wieder abgesagt.

Lech Kaczynski starb vor fast vier Monaten, als sein Flugzeug in der Nähe des russischen Smolensk abstürzte. Auch viele hohe Politiker und Militärs kamen dabei ums Leben; insgesamt fast 100 Menschen. Kaczynskis Anhänger verlangen, dass das Kreuz stehen bleibt, bis am gleichen Ort ein dauerhaftes Denkmal für die Opfer errichtet worden ist. In dem Plan zur Überführung des Kreuzes sehen sie eine Intrige politischer Gegner.