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Die Ölkatastrophe - ein Rückblick

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Die Ölkatastrophe - ein Rückblick

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Länger als ein Vierteljahr hat es gedauert, nun aber ist das lecke Bohrloch im Golf von Mexiko offenbar wieder dicht. Alles begann im April, als eine Bohrinsel explodierte. Elf Arbeiter wurden dabei getötet, die Bohrinsel geriet in Brand und sank zwei Tage später. Das Förderrohr brach über dem Bohrloch ab – und von diesem Moment an sprudelte das Erdöl ungehindert ins Wasser. Eine Vorrichtung, die genau das verhindern soll, versagte. Es bildete sich ein gewaltiger Ölteppich, bald wurden Öl und Teerklumpen an der Küste angespült. Das meiste Öl jedoch blieb in der Tiefe, die Schäden dort waren unsichtbar.

Nach eineinhalb Wochen kam der US-Präsident in die Krisenregion, insgesamt besuchte er sie drei Mal. Barack Obama musste den Endruck der Zögerlichkeit vermeiden, um die Menschen nicht gegen sich aufzubringen, so wie es seinem Amtsvorgänger nach dem Wirbelsturm Katrina erging.

Vier Wochen nach dem Unglück musste sich BP-Chef Tony Hayward kritischen Fragen im US-Kongress stellen. Die Abgeordneten warfen Hayward vor, Profit über Sicherheit gestellt zu haben. Unterdessen sprudelte das Öl weiter: Insgesamt fanden Helfer mehr als 3.000 tote Vögel, dazu 500 Schildkröten und etliche Meeressäuger. Ob aber alle durch das Öl starben, ist unklar.

BP hat vieles versucht, um die Ölflut zu stoppen, die meisten Maßnahmen jedoch scheiterten. Das Hauptproblem: Das Öl trat in einer Tiefe von 1,5 Kilometern aus. Nur Roboter können hier arbeiten, mit solchen Katastrophen gibt es zudem keine Erfahrungen. Der Versuch, eine Glocke über das Bohrloch zu stülpen, schlug daher ebenso fehl wie die Idee, die Flut mit schwerem Schlamm zu ersticken. Erst ab Anfang Juni konnte ein Teil des Öls aufgefangen werden; Mitte Juli war der monatelange Ölfluss fürs erste gestoppt. Ab diesem Zeitpunkt ging es um das endgültige Verschließen des Bohrlochs – ein Ziel, das nun in greifbare Nähe gerückt zu sein scheint