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Leck im Golf von Mexiko gestopft

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Leck im Golf von Mexiko gestopft

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Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ist es den Ingenieuren gelungen, das Leck im Meeresboden zu verstopfen. Bei der Operation Static Kill war seit dem gestrigen Dienstag schwerer Schlamm in die Steigleitung im Meeresboden gepumpt worden. Der britische Ölkonzern BP teilte mit, dass der Schlamm bisher wie geplant verhindert, dass nach oben strömendes Öl weiter austreten kann. Das Leck werde weiter beobachtet, um sicherzugehen, dass der erreichte Zustand stabil ist.

Als nächster Schritt soll möglicherweise Zement auf dem selben Weg in die Steigleitung gepresst werden. Das werde gemeinsam mit den US-Behörden entschieden, erklärte BP. Erst ab der kommenden Woche soll das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe im Meeresboden fest verschlossen werden.

Anwohner der schwer betroffenen US-Südküste äußerten sich erfreut und skeptisch zugleich: “Wir sind bereit für die gute Nachricht, aber zwei Wochen mit dichtem Bohrloch bedeuten für uns noch nicht, dass nun alles besser ist”, kommentiert die Mitarbeiterin einer Eisfabrik.

Vor gut zwei Wochen war es den Ingenieuren gelungen, den Ölfluss provisorisch zu stoppen. Für die Fischer hat sich die Lage schon etwas entspannt. Die Behörden im Bundesstaat Louisiana gaben den Fischfang vor fünf Tagen wieder frei. Aber, so die realistische Sicht eines Fischers: “Manche Leute stellen sich jetzt vor, alles ist wieder in Ordnung und BP kann gehen, aus und vorbei. Das ist die schlechte Seite, die gute ist, dass wir jetzt wieder hinausfahren und fischen können.”

Nach jüngsten Schätzungen sind seit Ende April fast fünf Millionen Barrel Öl in den Golf von Mexiko geflossen. Es ist die schlimmste Ölkatastrophe der Geschichte.