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Russland bekommt Brände nicht in den Griff

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Russland bekommt Brände nicht in den Griff

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Über Moskau und dem Umland liegt dicker Smog: Wegen der Wald- und Torfbrände ist die Luftverschmutzung in der Region so schlimm wie seit Jahren nicht mehr. Hinzu kommt die brütende Hitze: Schon am frühen Morgen liegen die Temperaturen über 25 Grad, bis zum Wochenende können sie bis auf 40 Grad steigen. Der Sommer 2010 wird voraussichtlich der heißeste seit Beginn der Messungen.

In dieser Hitze breiten sich die Brände trotz aller Bemühungen weiter aus. Mindestens 48 Menschen kamen bisher in den Flammen um. Tausende sind obdachlos geworden. Viele fühlen sich allein gelassen: “Wir sind bis zuletzt im Haus geblieben und erst weggelaufen, als das Feuer die Ortschaft erreicht hatte”, erzählt eine Dorfbewohnerin. “Wir konnten nichts aus unserem Haus mitnehmen. Nur ein einziger Feuerwehrwagen war da, aber was sollte der ausrichten? Sie hätten die Brände löschen sollen, als sie ausbrachen. Jetzt brennt alles hier. Wer weiß wie lange. Der Boden sackt ab und die Bäume fallen um, weil ihre Wurzeln verbrannt sind.”

Die Flammen vernichteten auch wertvolle Kulturschätze – Ikonen aus dem 19. Jahrhundert zum Beispiel, die in einer russisch-orthodoxen Kirche verbrannten.

Tausende Feuerwehrwehrleute und Soldaten sind im Einsatz, dazu hat Russland 180.000 Spezialisten des Katastrophenschutzministeriums mobilisiert. Um die Flammen aufzuhalten, werden Schneisen geschlagen. In sieben am schwersten betroffenen Regionen herrscht seit Montag der Ausnahmezustand. Besonders schlimm ist laut dem Krisenzentrum die Lage in der Gegend von Nischni Nowgorod, gut 300 Kilometer östlich von Moskau. Dort bemühen sich die Rettungskräfte, das Feuer vom atomaren Forschungszentrum Sarow fernzuhalten.

Wegen der Dürre korrigierte Russland seine Prognosen für die Getreideernte bereits nach unten. Das Land ist einer der größten Weizen-Exporteure.