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Brände in Russland breiten sich nach Süden aus

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Brände in Russland breiten sich nach Süden aus

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Die Feuerwehr hat die Lage im Gebiet um das russische Atomforschungszentrum Sarow laut Katastrophenschutzminister unter Kontrolle bringen können. Doch im Rest des Landes wüten die Brände weiter – und sie verlagern sich Richtung Süden. Mit dem Feuer schwelt auch die Wut der Anwohner: “Die haben hier eine Mine unter dem Wald verlegt, als sie vor Jahren den Forstschutzdienst abschafften”, murrt ein Russe. Auch der kommunistische Oppositionschef Gennadi Sjuganow kritisierte das 2007 eingeführte Waldgesetz, das örtliche Pächter und Verwaltungen statt der Forstverwaltung für die Brandvorsorge verantwortlich macht.

Am Kernforschungszentrum Sarow können die Brände auch weiterhin wieder auflodern, und der Katastrophenschutzminister fürchtet, dass die Brände sich nun in Richtung Ukraine und Weißrussland in eine Gegend ausbreiten, die beim Atomunfall in Tschernobyl verstrahlt wurde. Radioaktive Partikel könnten aufgewirbelt und weitergetragen werden. Mehr als 160.000 Helfer versuchen, Schlimmeres zu verhindern. Fünfzig Menschen kamen bisher in den Flammen um.

In Moskau können die Bewohner verglichen zum Vortag fast wieder aufatmen: Der Smog, der durch die Wald- und Torfbrände auf ein Fünffaches der Richtwerte erhöht wurde, hat sich etwas aufgelöst. Weiterhin herrscht aber brütende Hitze in der Stadt. Und die Experten warnen, dass die Smogbelastung wegen der Brände auch in den nächsten Tagen erneut steigen kann.