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Hitzewelle: Russland verbietet Getreideausfuhr

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Hitzewelle: Russland verbietet Getreideausfuhr

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Wegen der anhaltenden Hitze, der Trockenheit und der schweren Waldbrände verbietet Russland jetzt die Ausfuhr von Getreide. Die Regierung rechnet für dieses Jahr noch mit einer Ernte von 70 bis 75 Millionen Tonnen; das wäre etwa ein Viertel weniger als noch im letzten Jahr. Wegen der Verknappung steigen jetzt schon die Preise: Das Ausfuhrverbot für Getreide und Getreideerzeugnisse soll deshalb einer Inflation vorbeugen. Es gilt bis Ende des Jahres. Der Regierungschef rechtfertigt diesen Schritt: Man habe zwar noch ausreichend Lagerbestände, sagt Wladimir Putin, nämlich 9,5 Millionen Tonnen; man dürfe aber nicht zulassen, dass Lebensmittel in Russland teurer würden.

Russland ist ein wichtiger Getreideexporteur: Von hier kommen zum Beispiel acht Prozent der Weltproduktion an Weizen. Damit ist Russland dafür das drittwichtigste Ausfuhrland. Betroffene Bauern sollen Hilfszahlungen und Kredite bekommen. Vor Ort überwiegt aber die Verzweiflung: “Das Wetter hat unsere Hoffnungen zerstört”, sagt der Leiter einer Genossenschaft im Gebiet Woronesch. “Alles ist vertrocknet, der Boden aufgesprungen, und es gibt keinen Regen.”

So bald wird sich das auch nicht ändern: Trotzdem geben einige die Hoffnung noch nicht auf. So sind auf manchen Feldern Gebetsprozessionen zu sehen – schließlich kommt Regen ja von oben…