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Inzwischen 50 Todesopfer nach Bränden in Russland

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Inzwischen 50 Todesopfer nach Bränden in Russland

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Immer noch liegt Moskau unter einer beißenden Smogschicht, auch wenn sich die Lage im Vergleich zum Vortag gebessert hat. Am Mittwoch war die Luftbelastung wegen der Wald- und Torfbrände in der Region gut fünfmal höher als der Richtwert. Weiterhin herrscht eine Rekordhitze, 30 Grad schon am Vormittag, bis zu 40 Grad sind im Tagesverlauf zu erwarten.

“Das Katastrophenschutzministerium ist unfähig, das Land zu retten oder auch nur mit Bränden wie diesen fertig zu werden”, macht ein Moskauer seiner Wut Luft. “Alle leiden darunter – wegen der Tatenlosigkeit der Behörden und weil sich die Behörden mehr um ihr eigenes Wohl kümmern als um das des Landes und der Leute.”

Ein anderer berichtet: “Zu Hause wenden wir jetzt Methoden unserer Großmütter an: Da wir keine Klimaanlage haben, hängen wir nasse Laken vor die Fenster, benutzen Ventilatoren – das ist hart, aber wir werden damit fertig.”

Mehr als 800 Brände loderten an diesem Donnerstagmorgen im Land, am Vormittag konnte die Feuerwehr gut 200 löschen. Mehr als 2000 Rettungskräfte versuchten weiterhin, die Flammen vom Kernforschungszentrum Sarow fernzuhalten. Explosives und radioaktives Material wurde inzwischen laut Behörden von dort abtransportiert.

50 Menschen kamen bislang in den Flammen ums Leben.

Ministerpräsident Putin ist unermüdlich in den betroffenen Regionen unterwegs, er hat den Menschen, die ihre Häuser verloren haben, schnelle Hilfe und umgerechnet gut 50.000 Euro pro Familie versprochen. In russischen Zeitungen gab es bereits Berichte über Landsleute, die wegen der verlockenden Entschädigung ihre Häuser selbst in Brand gesteckt haben sollen. Viele leben in primitiven Holzhäusern ohne Wasser und Strom.