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Auch deutsches Opfer: Taliban töten westliche Ärzte

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Auch deutsches Opfer: Taliban töten westliche Ärzte

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Bei einem Taliban-Angriff im Nordosten Afghanistans sind acht Ausländer getötet worden, darunter eine Deutsche. Unter den Opfern seien auch sechs US-Amerikaner, eine Britin und zwei Afghanen, sagte der Polizeichef der Provinz Badachschan. Dort waren die Mitglieder eines Ambulanzteams an diesem Samstag erschossen aufgefunden worden. Sie gehörten allem Anschein nach der christlichen Hilfsorganisation IAM an:

“Unser Augenarzt-Team war vor mehr als zwei Wochen ins unsichere Nuristan aufgebrochen, es hat seine Arbeit dort erledigt und war auf dem Rückweg nach Kabul”, sagte Dirk Frans, der Direktor von IAM in der afghanischen Hauptstadt. “Wir hatten täglich Kontakt mit ihnen über Satellitentelefon. Das letzte Mal sprachen wir dem Teamleiter am vergangenen Mittwochabend.”

Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Ein Taliban-Sprecher warf den Opfern vor, missioniert zu haben, bei ihnen seien übersetzte Bibeln gefunden worden. Zwei weitere mitreisende Afghanen ließen die Angreifer frei. Einer der Überlebenden berichtete, er habe zuvor Koransuren rezitieren müssen um zu beweisen, dass er Muslim sei.

Die medizinische Hilfsorganisation IAM arbeitet seit über 40 Jahren in Afghanistan. Laut Frans hatte sie dies auch unter dem Taliban-Regime getan, das ihr 2001 die Tätigkeit verbot.