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Millionen Hochwasseropfer warten auf Hilfe

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Millionen Hochwasseropfer warten auf Hilfe

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Keine Entspannung in den Hochwassergebieten in Indien und Pakistan. In der Hoffnung auf ein Päckchen Reis drängen sich die Menschen in Muzaffargarh in Zentralpakistan unter den Hubschraubern. Wegen der anhaltenden, starken Regenfälle konnten zahlreiche Helikopter aber nicht starten.

Viele Betroffene fühlen sich von den Behörden alleingelassen. Ohne Hilfe campieren Zehntausende im Freien. Die Behörden geben die Zahl der Toten mit 1600 an. Dass Präsident Asif Ali Zardari seine Europa-Reise nicht absagte, macht viele wütend:

“Schaut uns an!”, ruft ein Mann, “unser Präsident ist weg und besucht fremde Länder, während wir hier ertrinken im Wasser. Die Regierung tut nichts. Wir haben kein Trinkwasser, nichts zu essen, gar nichts. Wir sitzen im Regen. Wir haben keine Zelte, wir kommen nicht weg von hier.”

Die schlimmsten Fluten seit 80 Jahren haben nach dem Nordwesten und der Mitte des Landes auch den Süden heimgesucht. Besonders betroffen ist die Provinz Sindh. Nach Angaben der dortigen Behörden mussten insgesamt eine Million Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist unvorstellbar: In ganz Pakistan sind nach Angaben der Behörden bis zu 15 Millionen Menschen von den Fluten betroffen, weitere drei Millionen sind es inzwischen in Indien, vor allem im Norden im Staat Jammu und Kaschmir.

Besonders betroffen ist die Hauptstadt des Bundesstaates, Leh. Dort, in dreieinhalb Kilometern Höhe, waren bislang Niederschläge eher selten. Die Region, die auch bei Rucksacktouristen sehr beliebt ist, ist von der Außenwelt abgeschnitten. Die Behörden sprechen bislang von 115 Todesopfern, hunderte Menschen werden vermisst.