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Nach Kaukasuskrieg: Keine Hoffnung auf Rückkehr


Georgien

Nach Kaukasuskrieg: Keine Hoffnung auf Rückkehr

Im Südkaukasus jährt sich zum zweiten Mal der Einmarsch russischer Truppen in Abchasien und Südossetien. Für tausende Georgier jährt sich ihre Vertreibung aus den abtrünnigen georgischen Gebieten, 26.000 können laut einer aktuellen Amnesty International-Studie nicht auf eine baldige Rückkehr hoffen. Sie leben, wie der Ingenieur Vladimer Zangladze, in Flüchtlingssiedlungen:

“Wo sollen die Vertriebenen denn hin?”, fragt er, “Die OSZE kam dort nicht hin, die UNO nicht, der Europäische Rat auch nicht. Wie können wir da über Rückkehr reden? Russland sollte dazu gezwungen werden, seine Truppen von dort abzuziehen, nur dann können wir über Rückkehr und Wiederaufbau sprechen.”

Abchasien und Südossetien haben ihre – nur von Russland und drei weiteren Staaten anerkannte – Unabhängigkeit erklärt. Der Handel mit Georgien kam zum Erliegen, russische Truppen bewachen die Grenze. Fast alle Einwohner haben russische Pässe. Von einer Rückkehr der Vertriebenen wollen viele nichts wissen:

“Gott bewahre! Wir wollen die Georgier nicht, die hatten wir ja schon zwei mal hier!”, sagt eine Frau in Südossetien. Eine andere sieht es moderater: “Der georgische Präsident Saakaschwili ist nicht gut. Mit den Georgiern aber haben wir gut zusammengelebt. Sie waren meine Kunden, alles habe ich ihnen verkauft.”

Während der fünftägigen Krieg waren rund 400 Menschen getötet und mehr als 100.000 vertrieben worden. Internationale Gespräche auf Diplomatenebene brachten bisher keine Annäherung zwischen den Regierungen in Tiflis und Moskau.

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