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Gefährlicher Himmel über Moskau

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Gefährlicher Himmel über Moskau

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Ein Nebel wie an grauen Novembertagen: Nur dass die Menschen bei bald vierzig Grad schwitzen – und dass dieser Nebel in Wahrheit ein gefährlicher Rauch ist.

In Moskau sterben zur Zeit doppelt so viele Menschen wie in normalen Zeiten, teilen die Behörden mit: jeden Tag siebenhundert Menschen. Für die zusätzlichen Toten machen sie die Hitze und die verseuchte Luft verantwortlich.

Notdürftig versuchen sich die Leute gegen Hitze und Rauch zu schützen. Viel mehr als eine Schutzmaske ist für die meisten aber nicht möglich; manche haben jedoch auch eine andere Lösung gefunden.

“Wir sind in ein neues Hotel gezogen”, erzählt ein Mann in Moskau. “Die haben Klimaanlage, gestern beim Einzug waren 18 Grad.” – “Wir machen es wie früher”, sagt ein anderer Moskauer; “mit Gaze oder Laken vor dem Fenster. Am besten fährt man raus, auf die Datsche oder irgendwohin – je weiter weg, desto besser.”

Bis die Torfbrände rings um die Hauptstadt gelöscht sind, soll es nach Schätzung der Verantwortlichen noch bis zu einer Woche dauern. Aber dazu müsste wohl auch kräftiger Regen helfen – der ist nur nicht in Sicht. Trotzdem könnte die Luft zumindest ein kleines bisschen besser werden: Alexej Ljachow, Moskaus Chefmeteorologe, sagt voraus, der Wind werde von Südost auf Süd oder Südwest drehen. In Moskau und Umgebung werde die Luft in der Nacht dann sauberer, wegen dieser westlichen Richtung.

Auch die Temperaturen sinken in den nächsten Tagen etwas: Das heißt aber immer noch deutlich über dreißig Grad – nur eben keine fast vierzig Grad mehr.