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Neißehochwasser auf dem Weg nach Norden

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Neißehochwasser auf dem Weg nach Norden

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Während das verheerende Hochwasser im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien langsam zurückgeht, rollt die Hochwasserwelle auf der Neiße nach Norden.

In Polen ist Aufräumen angesagt. Die Wasserstände gehen weiter zurück. Dramatisch blieb die Lage in der Stadt Bogatynia (Reichenau) an der Grenze zu Sachsen. Weil die meisten Straßen dort zerstört wurden, können Hilfsgüter nur von Deutschland aus transportiert werden.

In Tschechien beschädigten die Fluten Dutzende von Brücken und Straßen. Etwa 900 Haushalte in der Region Reichenberg und Aussig sind ohne Strom.
“Seit 64 Jahren lebe ich hier. Noch nie hat der Fluss die Straße überschwemmt”, erinnert sich ein Anwohner im tschechischen Raspenau. Die meisten Menschen konnten inzwischen wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Beim schlimmsten Hochwasser seit 2002 waren am Wochenende im Dreiländereck mindestens neun Menschen ertrunken. In Tschechien wird noch ein Mann vermisst.

Der Scheitel des Neiße-Hochwassers erreichte am Morgen Bad Muskau. In Görlitz hat sich die Lage bereits wieder entspannt. “Wir haben nichts zu Essen gekriegt, nichts zu Trinken gekriegt. Darum, weil das Wasser hier in Hagenwerder auch verseucht sein soll, weil das Wasserwerk abgesoffen ist. Also mit Hilfe habe ich noch nicht viel gemerkt hier”, klagt der Görlitzer Jens Wolfram und ringt mit den Tränen.

Die Entspannung in den Hochwassergebieten könnte nur von kurzer Dauer sein. Für Freitag sagen die Meteorologen neuen Dauerregen vorraus.