Eilmeldung

Eilmeldung

In Moskau keine Entspannung in Sicht

Sie lesen gerade:

In Moskau keine Entspannung in Sicht

Schriftgrösse Aa Aa

In Russland gelingt es trotz internationaler Hilfe nicht, die verheerendsten Brände der russischen Geschichte zu stoppen. Vor dem Smog, der Moskau umhüllt, warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Grenzwerte für schädliche Gase würden vielerorts überschritten.

“Ich habe immer ein Spray dabei, das hilft mir zu atmen”, sagt ein Mann. “Sehen Sie sich den Rauch an, überall brennt es. Ich habe keine Ahnung, wie die Feuerwehrleute das schaffen.”

Immer mehr Menschen sterben an der giftigen Luft. Die tägliche Todesrate hat sich verdoppelt. Zuflucht bieten einhundert klimatisierte Zentren, die für die Bürger geöffnet wurden.

“Schauen Sie mich an!”, sagt eine Frau, die sich in einen der kühlen Räume geschleppt hat. “Ich arbeite nicht, zu Hause konnte ich auch nicht bleiben, also bin ich hierhergekommen, in zehn Minuten war ich da. Aber Sie können sehen, wie mir die Hitze zu schaffen macht!”

Bürgermeister Juri Luschkow brach nach tagelanger Kritik seinen Urlaub ab. Von Wladimir Putin wurde er vor laufenden Kamers getadelt. Doch auch der Regierungschef selbst und Präsident Dmitri Medwedew bekommen die Wut der Russen zu spüren, ihre Umfragewerte sind auf einem Rekordtief.

Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. Der russische Wetterdienst warnt vor anhaltender Hitze und Trockenheit. Schon jetzt, fürchten Analysten, könnten die Brände die russische Wirtschaft 11 Milliarden Euro kosten.