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Russland brennt - Moskau erstickt

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Russland brennt - Moskau erstickt

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Der Kampf gegen die Feuersbrunst in Russland geht unvermindert weiter. Die Zahl der Toten liegt inzwischen bei über fünfzig. Die Feuer toben auf einer Fläche von fast zweitausend Quadratkilometern. Die Brände gefährden jetzt auch ein Kernforschungszentrum in Sneschinsk am Ural. Auch in der Gegend von Osjorsk brennt es: Dort wird Atommüll gelagert und wiederaufbereitet.

Staatspräsident Dmitri Medwedew informierte sich am Montag im Dorf Mali Schaplak in der Autonomen Republik Mari El an der Wolga bei Nischni Nowgorod über Brandschutzmaßnahmen. Die Dorfbewohner kümmern sich darum, dass die Löschteiche in einem guten Zustand sind und haben Feuerwachen eingerichtet.

“In Moskau haben sie darauf gewartet, dass der Leiter der Forstbehörde aus dem Urlaub zurückkehrt. Er hielt das für unnötig, vielleicht sollte er nur noch Urlaub machen”, kritisierte Medwedew zum wiederholten Male das Verhalten von Behörden.

Satelittenaufnahmen zeigen das Ausmaß der Wald- und Torfbrände. Russland ist von einer riesigen Rauchwolke überdeckt, die sich über fast 3.000 Kilometer in Ost-West-Richtung ausdehnt. Moskau ist völlig unter einer dichten Rauchdecke verborgen. Die Sichtweite in der Stadt und ihrer Umgebung sank wegen des Qualms auf unter 20 Meter.
Die Konzentration von Kohlenmonoxid in der Luft überschritt den zulässigen Grenzwert um ein Vielfaches.