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Geschäftsbelebender Ramadan

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Geschäftsbelebender Ramadan

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Ramadan in Frankreich: Das ist in Westeuropa das Land mit dem höchsten Anteil an muslimischen Einwohnern. In absoluten Zahlen sind es rund fünf Millionen. Und immer mehr von ihnen befolgen die Regeln des Ramadan, mittlerweile rund 70 Prozent gegenüber gut 30 Prozent vor 20 Jahren. Die großen Supermarktketten hatten eine Weile gezögert, “religiöse” Produkte anzubieten, weil sie fürchteten, mit den laizistischen Grundlagen der Verfassung in Konflikt zu geraten. Sie ersetzten bei ihren speziellen Angeboten zumeist das Wort “Ramadan” durch “orientalische Spezialitäten”. Die Kundschaft dafür ist viermal so groß wie jene für Bio-Produkte.

Supermarktdirektor Mathias Michenaud verweist auf die durchaus unterschiedlichen Bedürfnisse. Einerseits werde in großen Familien alles frisch gekocht, meint er, andererseits suchten immer mehr Kunden, die auch im Ramadan ihrer Arbeit nachgehen, nach Fertigprodukten, die schnell in der Mikrowelle aufbereitet werden könnten.

Auch Buchhandlungen präsentieren ihr Ramadan-Angebot. Das Verlagshaus Al-Bouraq realisiert im islamischen Fastenmonat damit rund 30 Prozent seines Umsatzes. “Die meisten großen Ketten spielen dabei mit, haben verstanden, dass es hier um geschäftlich wichtige Dimensionen geht”, sagt ein Verlagsmitarbeiter. “ Den ganzen Monat lang werden die entsprechenden Bücher besonders gut sichtbar präsentiert.”

Und es gibt noch eine Geschäftsidee zum Ramadan: Mehrere Handy-Anbieter haben einen speziellen Service im Programm, mit dem sich der gläubige Muslim an die Gebetszeiten erinnern oder den Weg zur nächsten Moschee zeigen lassen kann.