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Nüchtern den ganzen Tag: Ramadan hat begonnen

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Nüchtern den ganzen Tag: Ramadan hat begonnen

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In den meisten islamischen Ländern hat an diesem Mittwoch der Ramadan begonnen – ebenso für die Muslime in der westlichen Welt, wie zum Beispiel in Deutschland oder Frankreich, wo die größte muslimische Gemeinde Europas lebt. Der Beginn des Fastenmonats richtet sich danach, wann die Mondsichel erstmals nach Neumond wieder zu sehen ist. Dies kann regional variieren, manche Muslime fangen deshalb erst am Donnerstag mit dem Fasten an.

Für diejenigen, die den Ramadan praktizieren, heißt das: von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang kein Essen, kein Trinken, keine Zigaretten – und kein Sex. Nicht jeder hält sich streng an die alten Fastentraditionen: Der Chirurg Marouane Bouloudhine in Cannes zum Beispiel ist zwar ebenfalls gläubiger Moslem, aber er fastet nicht – aus Angst, andernfalls in seinem Beruf, in dem es um Menschenleben geht, nicht leistungsfähig genug zu sein: “Ich würde dann weniger präzise arbeiten, ich wäre nicht voll in Form und das darf nicht sein. “ Dennoch sieht er seine Vorgehensweise als ausreichend: “Man kann nicht sagen, der eine macht nur halbe Sachen, der ist also nur ein halber Moslem, und ein anderer macht vielleicht nur ein Viertel, ist daher nur zu einem Viertel Moslem. Das ist absurd. Man ist Moslem, oder man ist es nicht.”

In den Regionen, in denen es traditionell zugeht, blieben Geschäfte und Restaurants am Mittwoch geschlossen. Mit leerem Magen geht das Leben einen gemächlicheren Gang – bis zum Abend. Nach Sonnenuntergang tafelt mancher dafür um so üppiger. Das Fasten im neunten Monat dient der Besinnung, der Stärkung des Glaubens und der Selbstdisziplin.