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Pakistanische Taliban gegen Hilfe aus dem Westen

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Pakistanische Taliban gegen Hilfe aus dem Westen

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Trotz der schlimmsten Flutkatastrophe, die Pakistan je erlebte, haben militante Taliban die Regierung aufgefordert, kein Geld aus dem Westen anzunehmen. Dieses lande nur in den Taschen der korrupten Lokalpolitiker in den besonders betroffenen Gebieten, nicht aber bei den Flutopfern selbst.

Unabhängig von den politischen Hintergründen solcher Forderungen haben Organisationen wie Transparency International oder der World Wide Fund for Nature schon zuvor kritisiert, dass viel Geld, das zur Vorsorge vor Überschwemmungen diente, zum Bau von Dämmen zum Beispiel, seit Jahrzehnten in Pakistan in privaten Taschen von Beamten und Politikern versickere.

Fast 14 Millionen Menschen sind inzwischen laut UN-Büro zur Koordination der Nothilfe in Pakisten von den Überschwemmungen betroffen. Die Ernten und Vorräte sind weitgehend zerstört – und damit die Lebensgrundlage der Bewohner. Gut 90 Millionen US-Dollar wurden laut den Vereinten Nationen bislang von den Mitgliedsstaaten zugesagt, das Flüchtlingshilfswerk will an diesem Mittwoch weitere Mittel beantragen.

Der UN-Sondergesandte Jean-Maurice Ripert bezeichnete nach seinem Besuch in den betroffenen Gebieten die Überschwemmungen als schlimmste Katastrophe in der Geschichte Pakistans. Sie habe mehr Pakistaner in Mitleidenschaft gezogen als das Erdbeben von 2005.

Mehr als 1600 Menschen sind bereits in den Jahrhundertfluten umgekommen. In das Katastrophengebiet will nun auch Präsident Zardari reisen, er ist inzwischen von seinem Auslandsbesuch zurück. Dass er diesen in Ruhe bis zum Schluss absolvierte, hat viele Landsleute empört.