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Südkorea: Kritik an Japans Entschuldigung

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Südkorea: Kritik an Japans Entschuldigung

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Nicht bei allen in Südkorea kommt Japans gestrige Entschuldigung für seine grausame Kolonialherrschaft gut an: Opfer von damals kritisieren, diese Entschuldigung sei nur allgemein gehalten; auf ihre Leiden sei Japans Regierungschef Naoto Kan in seiner Erklärung nicht eingegangen.

“Er hätte sich bei denen entschuldigen sollen, die damals zu Sexsklavinnen oder Zwangsarbeitern gemacht wurden”, sagt Han Kook-Yeom, eine Vorsitzende des Vereins der betroffenen Frauen, bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Seoul. “Für uns ist das keine richtige Entschuldigung.”

“Ich wurde schon als Kind zu Zwangsdiensten eingezogen, ich habe nicht viel gelernt”, meint eine andere Frau, Kim Bok-Dong, früher selbst Sexsklavin. “Ich weiß nicht, was Japans Regierungschef für einer ist, oder was er meint. Ich denke nur an die japanischen Verbrechen von damals.”

Japans Herrschaft über die koreanische Halbinsel begann mit einer Annektierung im August 1910, vor genau einhundert Jahren. Schluss war 1945, mit der japanischen Kriegsniederlage.

In diesen Jahrzehnten wurden zum Beispiel Männer zur Zwangsarbeit rekrutiert und Frauen während des Zweiten Weltkriegs in Soldatenbordelle an der Front verschleppt.

Einige werfen Kan außerdem vor, den zwischen von Japan erzwungenen Vertrag über die Einverleibung Koreas nicht offen als illegal und ungültig bezeichnet zu haben. Noch heute ist der Tag der Annektierung am 29. August 1910 in Korea der “Tag der Schande”.

Japan sei um zukunftsorientierte Beziehungen bemüht, kommentierte zum Beispiel die Zeitung “The Korea Times”: “Das wird ein Wunsch bleiben, bis Japan das Abkommen für null und nichtig erklärt.”