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"Kursk" - vor zehn Jahren sank der Stolz der russischen Flotte

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"Kursk" - vor zehn Jahren sank der Stolz der russischen Flotte

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“Kursk” – vor zehn Jahren sank der Stolz der russischen Flotte
 
Die Kursk  war ein mit Marschflugkörpern bestücktes russisches Atom-U-Boot. Im Dienst im Nordmeer seit 1995. 1999 gelang es dem Stolz der russischen Flotte, unbemerkt von der NATO durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer zu fahren.

Was sich im August 2000 während eines Manövers der Nordmeerflotte in der Barentssee abspielte, erinnerte an Szenarien aus dem “Kalten Krieg”.

Am 12. August wurden in Norwegen zwei starke Explosionen registriert. Auf Anfragen stellte sich Moskau zuerst taub, behauptete dann, ein amerikanisches U-Boot habe die “Kursk” gerammt.
Als nach Tagen endlich norwegische Spezialisten helfen durften,  stellte sich heraus, dass einige Besatzungsmitglieder die Explosion überlebt hatten und dann qualvoll erstickt waren. Man fand schriftliche Aufzeichnungen und den Abschiedbrief eines Matrosen an seine Familie.

Zum Entsetzen der Hinterbliebenen kamen in den folgenden Wochen tödliche Führungsmängel in der Flotte ans Licht. So gab es kein für die “Kursk” und ihr Schwersterschiff “Omsk” geeignetes Rettungs-U-Boot mit kompatiblen Schleusen.

Von Präsident Wladimir Putin – damals gerade drei Monate im Amt – war zu hören, ihm fehlten die Worte, hier könne man nur weinen.

Im Oktober 2001 wurde das Wrack gehoben.

Im Abschlußbericht wurden Wartungsmängel in der Torpedo-Sektion als Ursache genannt. Das Strafverfahren gegen die Verantwortlichen in der Marineführung endete ergebnislos. Die Unterlagen sollen danach für 25 Jahre der Geheimhaltung unterliegen.

Den Turm der “Kursk”, der eigentlich Teil eines Denkmals werden sollte, entdeckten Seeleute 2009 auf einem Schottplatz in Murmansk.
 
Gebaut 1991 (U-Boot mit Marschflugkörpern) des Projektes 949A (NATO-Code: Oscar-II-Klasse). Als es im Jahr 2000 durch die Folgen einer Explosion, die vermutlich durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde, sank, behauptete das russische Militär, es sei von einem amerikanischen U-Boot gerammt worden. Die zögerliche russische Informationspolitik, die zunächst gescheiterten Versuche der schlecht ausgerüsteten russischen Marine (sie besaß kein spezielles Rettungs-U-Boot, das über zur Kursk kompatible Rettungsschleusen bzw. Roboterarme verfügte, sondern nur Tauchkapseln), mit Hilfe norwegischer Taucher die Ausstiegsluke zu öffnen, sowie die Skepsis russischer Marineoffiziere, dass das Öffnen der angeblich beschädigten Ausstiegsluke überhaupt noch möglich sei, führte zu einer gravierenden Verzögerung und zur sehr späten Annahme der ausländischen Hilfsangebote. Drei Tage nach der Explosion gelang den norwegischen Tauchern, nun von ihrer eigenen Tauchplattform aus operierend, nach zeitraubenden Fehlversuchen das Öffnen der inneren Luke, wobei die Taucher erkannten, dass es keine Überlebenden mehr geben konnte, da alle Sektionen bereits geflutet waren. Allerdings sagte der norwegische Offizier Erland Raanes aus, dass, entgegen den Behauptungen russischer Marineoffiziere, an der Ausstiegsluke keine Schäden festgestellt wurden. Die russische Regierung bat darauf die norwegische Regierung, die Bergung der Leichen durchzuführen. Später stellte sich heraus, dass etwa 23 Besatzungsmitglieder die Explosion zunächst doch überlebt hatten und sich in eine Sektion hatten retten können. Diese erstickten aber, aufgrund des Absinkens des Sauerstoffanteils der Atemluft, offenbar bereits wenige Stunden nach der Explosion, was aus der von einem Matrosen hinterlassenen letzten schriftlichen Aufzeichnung und einem Abschiedsbrief hervorgeht.