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Pakistan: Überleben in der Flut

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Pakistan: Überleben in der Flut

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Alltag in den Katastrophengebieten in Pakistan: Den einen steht das Wasser bis zum Hals, auf Inseln in den Fluten bemühen sie sich, die Lebensmittel aufzufangen, die ihnen aus der Luft zugeworfen werden.

Im Distrikt Charsadda, einem der am schlimmsten getroffenen Bezirke, campieren die Bewohner derzeit auf der Autobahn, dem einzig sicheren, weil höher gelegenen Standort.

In anderen Regionen ist das Wasser schon wieder abgeflossen, hat aber die Infrastruktur zerstört und Hab und Gut der Bewohner unbrauchbar gemacht. Zudem müssen sie damit fertig werden, Angehörige verloren zu haben.

Bitterkeit über die unzulängliche Hilfe der Behörden macht sich breit: “Niemand hat uns gewarnt. Erst als die Flut zu uns kam, ist uns klar geworden, dass wir schnell weg müssen. Wir sind vom Wasser umzingelt worden. Jeder hat versucht, zur Autobahn zu rennen, das war der einzige sichere Platz – es gab keinen anderen Weg raus.”

Eine andere Dorfbewohnerin klagt: “Seit mir der Fluss meine Schwester nahm, gehe ich immer wieder dorthin und weine um sie. Alle – ihre Söhne, Enkel trauern um sie. Sechs oder sieben Tage lang haben wir nach ihr gesucht. Wenn wir wenigstens ihre Leiche hätten finden können, das wäre eine Beruhigung gewesen.”

Wegen der Fluten mussten etwa zwei Millionen Menschen ihr Heim verlassen. Schulen wurden zu Notunterkünften umfunktioniert – und zu Krankenhäusern. Doch ist dort nur rudimentäre Behandlung möglich, und die Medikamente reichen bei weitem nicht. Die Ärzte hoffen nur eins: Dass es keinen Notfall gibt. Sie könnten ihn kaum behandeln – und der Weg bis zum nächsten Krankenhaus ist weit…