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Ramadan im Katastrophengebiet

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Ramadan im Katastrophengebiet

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Die Flutkatastrophe überschattet auch den Ramadan. Was eigentlich eine Zeit der Besinnung und der Freude mit festgelegten Ritualen sein sollte, ist in diesem Jahr gezeichnet von Leid, Unsicherheit – und fehlenden Lebensmitteln: “Wir starteten das Fasten mit Wasser, womit wir es heute abend brechen werden, weiss nur Gott”, erzählt Injatullah Khan.

Gläubige Moslems fasten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang und beginnen und beenden das Fasten mit einem rituellen Mahl, für das es in den Überschwemmungsgebieten an Lebensmitteln fehlt. Auch Almosen für Bedürftige sind ein wichtiger Teil des Ramadan. Doch viele sind nun selbst hilfsbedürftig geworden. “Es ist Ramadan und wir haben nichts. Wir sind ratlos. Was sollen wir zum Fastenbrechen essen? Was zum Sahūr, der letzten Mahlzeit vor dem täglichen Fastenbeginn? So essen wir überhaupt nichts mehr. Die Regierung sollte die Hilfsgüter ordentlich verteilen”, verlangt ein Flüchtling in Nowshera.

Gelehrte verweisen darauf, dass für die Flutopfer keine Pflicht zum Fasten besteht, das könne man später nachholen. Und nicht nur fehlende Lebensmittel stellen im Ramadan ein Problem dar. “Ich bedauere es, dass ich den ersten Fastentag verpasse. In meinem Dorf habe ich pünktlich gefastet, aber die Flut hat alles kaputt gemacht. Wir haben keinen Waschraum. Ich kann mich nicht säubern also kann ich nicht fasten. Ich verpasse die Heilige Zeit, aber ich werde sie nachholen, wenn ich nach Hause zurückkehre”, verspricht Ghullam Fareed. Viele Flüchtlinge wollen es ihm nachtuen.